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Bargeldlose Zahlungssysteme erhöhen die Kaufsuchtgefährdung / Fussballfans scheinbar immun dagegen

Alexander Reissner

Zwei amerikanische Wissenschaftler haben in einer im Herbst 2008 veröffentlichten Studie nachgewiesen, dass Kreditkarten, Plastikgeld und Gutscheine zum Einkaufen verführen. Kunden, die mit Kreditkarte zahlen, würden demnach mehr ausgeben als solche, die ihre Einkäufe bar begleichen. Die Wissenschaftler hatten für ihre Analyse des Kaufverhaltens 114 Testpersonen untersucht.

Der Hauptgrund hierfür soll vor allem sein, dass Kreditkaren ein sehr intransparentes Zahlungsmittel sind. Der Käufer sieht das Geld nicht mehr in Form von Münzen und Scheinen. Dies mache unvorsichtig. Dieses Phänomen ist allerdings nicht nur gut für die Binnennachfrage eines Landes, denn ein Konsumrausch kann schnell pathologische Züge annehmen: Untersuchungen von Krankenkassen zu Folge sei in Deutschland mittlerweile jeder 12. Erwachsene kaufsuchtgefährdet.

Allerdings mit einer kleinen Ausnahme: Die Spezies der Fussballfans scheint verhältnismäßig immun gegen moderne Bezahlmethoden zu sein: Der Versuch mehrerer Bundesligavereine, Kleingeld aus den Stadien zu verbannen und stattdessen Kartensysteme einzuführen, provozierte in einigen Fällen heftigen Protest aus dem Fanlager. In Stuttgart beispielsweise wollen die meisten ihre Bratwurst weiterhin mit Münzen bezahlen.

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